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„Können wir noch mal auf die Endlosleiter?“ „Einen Mastwurf um das TSF-W zu machen – das probiere ich in der nächsten Übungsstunde auch gleich aus“ „Also, die aufgeschminkte Verbrennung hat total echt ausgesehen!“ Feuerwehrpraxis, weiterführende Themen, die Vernetzung auch über Landesgrenzen hinweg und nicht zuletzt die Bearbeitung der Leitlinien zur besseren Integration in die Feuerwehr – das waren die Elemente der Bundeskonferenz der Deutschen Jugendfeuerwehr am 21./22. November 2006 in der Brand- und Katastrophenschutzschule in Heyrothsberge (Sachsen-Anhalt).

Die Veranstaltung war Teil des Projekts „Mädchen und Frauen in den Freiwilligen Feuerwehren“, das der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) im Rahmen der „Generationsübergreifenden Freiwilligendienste“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchführt. Ziel ist es, langfristig die Zahl der Frauen in den Feuerwehren zu verdoppeln. Während der Anteil in den Jugendfeuerwehren bei rund 25 Prozent liegt, sinkt er in den Einsatzabteilungen auf bundesweit durchschnittlich neun Prozent ab. Hierbei gibt es jedoch ein Gefälle zwischen östlichen und westlichen Bundesländern.

Knapp 70 Personen im Alter von 14 bis 53 Jahren – von der Jugendsprecherin bis zum Gruppenleiter, vom Jugendwart bis zur stellvertretenden Landesjugendwartin, von der Ausschussvorsitzenden bis zum Bundesjugendleiter – waren der Einladung der DJF gefolgt. Zunächst standen Workshops zu den Themen Arbeitssicherheit, Jugendfeuerwehr international, Argumentationstraining und Sucht- und Drogenprobleme auf dem Programm – als Elemente der allgemeinen Jugendarbeit in den Jugendfeuerwehren. Hier gab es Tipps zur spannenderen Vermittlung des Themas „Unfallverhütung“, Informationen zu internationalen Jugendbegegnungen, in Rollenspielen übten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Diskussionen, und Hinweise zum Umgang mit möglicherweise süchtigen Personen.

Die Komponente der feuerwehrtechnischen Ausbildung stand im Mittelpunkt des zweiten Teils der praktischen Workshops: Hier konnten die Mädchen und jungen Frauen zum Beispiel einmal ungestört die Atemschutzübungsstrecke besichtigen und ausprobieren (natürlich nur dann mit Maske und Gerät, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt waren). Im Bereich „Feuerwehrtechnik“ ging es um Methoden, den Unterricht oder die Ausbildung am Fahrzeug abwechslungsreicher zu gestalten – wer hat schon einmal einen Mastwurf nicht nur um ein Strahlrohr, sondern gleich um ein ganzes Fahrzeug gelegt? Der Bereich Erste Hilfe stand im Workshop „Realistische Unfalldarstellung“ auf dem Programm, und in der Halle, die auch für die Ausbildung in Höhenrettung benutzt wird, wuchsen die Mädchen und Jungen an der Kletterwand über sich hinaus. Das "einander vertrauen" war bei der Erlebnispädagogik - wie auch im richtigen Einsatz - der Schlüssel zum Erfolg.

Den Abend des ersten Tages nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Erfahrungsaustausch und „Blick über den Tellerrand“ – mit alkoholfreien Cocktails als „optische Würze“.

Am Sonntag ging es darum, wie man die Integration von Mädchen und Frauen in der Feuerwehr verbessern kann. DJF-Referentin und Organisatorin Marianne Trede stellte zwölf Leitlinien vor, die die Forscherinnen Prof. Dr. Angelika Wetterer, Dr. Margot Poppenhusen und Dr. Anja Voss im Rahmen eines DFV-Forschungsprojekts erstellt haben. In Arbeitsgruppen etwa zum Thema „Übergang von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung“, (Anke Fahrenholz,  Marianne Trede) „Frauen sichtbar machen“ und „Kultur der Anerkennung“ ging es dann daran, die Leitlinien weiter mit Leben zu erfüllen. Welche Maßnahmen verhindern, dass Mädchen beim Übertritt in die Einsatzabteilungen „verloren gehen“? Wie kann man auch in der Öffentlichkeitsarbeit und Werbung darstellen, dass die Feuerwehr für alle Personen passende Aufgaben hat? Hierbei flossen regionale und überregionale Probleme und Lösungsansätze mit ein; bei der Präsentation gab es im Plenum so manches zustimmendes Nicken.

Außer dem DJF-Team waren auch der zuständige DFV-Vizepräsident Ulrich Behrendt sowie Ingolf Hirsch (Präsident), Michael Claus (Vizepräsident) und Sebastian Tschenisch (Landesjugendwart) aus Sachsen-Anhalt präsent.  

EINE UMFANGREICHE BILDERGALERIE GIBT ES HIER.

Fotos: Rico Thumser, Silvia Darmstädter (DFV), Solveig Richard.