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Dr. Margot Poppenhusen, Dr. Anja Voss

Leitlinien für Modellprojekte
zur Förderung der Integration von Mädchen und Frauen in die Feuerwehr

Vorbemerkung

Ausgangsfeststellung: Die Freiwillige Feuerwehr leidet seit Jahren an einem Mitgliederschwund vor allem bei den Männern. Das hat verschiedene Gründe, auf die hier nicht eingegangen werden kann. Die Anzahl der Frauen hat demgegenüber, wenn auch sehr langsam, so doch stetig zugenommen. 2003 gab es bundesweit etwa 67.000 Frauen bei der Freiwilligen Feuerwehr, das sind 7 % der aktiven Mitglieder. Aber damit sind Frauen immer noch eine kleine Minderheit in der Feuerwehr, die mit manchen Problemen zu kämpfen hat, wie sie Minderheiten in der Gesellschaft auch andernorts begegnen. In den alten Bundesländern ist der Anteil der Frauen in der Feuerwehr mit knapp 6% im Durchschnitt (zwischen 1,2% und 7,8% in den einzelnen Bundesländern) dabei deutlich niedriger als in den neuen Bundesländern, wo er zwischen 10% und 12% liegt. Der Anteil von Mädchen in der Jugendfeuerwehr betrug 2003 insgesamt 23 %, wobei hier kein so großer Unterschied zwischen den neuen und alten Bundesländern festzustellen ist.

Frage: Warum gibt es bislang vergleichsweise wenige Frauen im aktiven Dienst in der Feuerwehr? Wo bleiben am Ende die Mädchen insbesondere in den alten Bundesländern? Und wie lässt sich die Integration von Frauen und Mädchen in die Feuerwehr verbessern?

Die Aufgabe des Forschungsprojektes 2005 war: Zu untersuchen, welchen Schwierigkeiten Frauen und Mädchen in der Feuerwehr begegnen. Und: Leitlinien zu entwickeln für Modellprojekte und praktische Maßnahmen zur Förderung der Integration von Mädchen und Frauen in die Feuerwehr.

Die Leitlinien sind Ergebnis einer wissenschaftlichen Untersuchung, die sich auf Interviews mit Expertinnen und Experten aus der Freiwilligen Feuerwehr 2005 stützt. Diese Interviews geben Aufschluss über die Schwierigkeiten und Hindernisse, denen sich Mädchen und Frauen in der Feuerwehr noch immer vielerorts – insbesondere in den alten Bundesländern – konfrontiert sehen.

Leitlinien

1.      Frauen sichtbar machen im Erscheinungsbild der Feuerwehr (sowohl feuerwehrintern wie für die allgemeine Öffentlichkeit)

2.     
Kultur der Anerkennung (Vertrauen statt Misstrauen)

3.     
Abbau Frauen diskriminierender Einstellungen und Verhaltensmuster

4.     
Aktive Förderung statt passiver Toleranz

5.     
Kultur der Vielfalt statt männlicher Monokultur (offen sein für Frauen und Männer und Gruppen unterschiedlicher sozialer Herkunft)

6.      Berücksichtigung veränderter Lebensverhältnisse (Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt – nicht nur für Frauen)

7.     
Lernende Organisation: Institutionalisierung von Lernprozessen, Verbesserung des Informationsflusses

8.     
Kooperation statt Hierarchie und Konkurrenz

9.     
Vorbildfunktion von Vorstandsgremien (Frauen sichtbar machen, an Entscheidungen und Gremien beteiligen)

10. 
Öffentliche Anerkennung und Auszeichnung vorbildlicher Leistungen und Modelle zur Frauenbeteiligung

11. 
Kontinuierliche Berichte in den Feuerwehrmedien über Fortschritte bei der Integration von Frauen

12. 
Neue Schwerpunkte bei der Ausbildung von Führungskräften (Vermittlung sozialer Kompetenz und Genderkompetenz)

Eine Kurzfassung des abschließenden Projektberichtes finden Sie hier.

Das Projekt des Deutschen Feuerwehrverbandes wurde unterstützt durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Weitere Informationen gibt es bei Silvia Darmstädter, darmstaedter[at]dfv.org, Telefon (030) 28 88 48 8-23.

 

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